Descriptio Nova Utopiae




In cooperation with Luis Négron van Grieken ︎


Aus dem Rahmen des Instituts für Utopie heraus, entstand in Zusammenarbeit mit Luis Negrón van Grieken die Arbeit Descriptio Nova Utopiae, die in Verbindung mit dem theoretischen Kontext des Instituts gedacht werden muss.

Definiert wird die Utopie – im Kontext der Alltagssprachen – häufig als unerreichbarer Endzustand. Die Utopie aber ist perfekt, und muss deshalb sich selbst kritisieren, sich infolge dessen selbst enthalten, sich selbst auslösen, ja sich selbst erfordern. Jede Utopie enthält eine Folgeutopie. Keine Utopie bricht ab. Alles entwickelt sich ständig weiter. Die Utopie als Auslöserin und Trägerin immerwährenden Fortschritts.

Aus dieser These – die Autorschaft bleibt für Rezipient*innen nur vermutbar – wurde eine Formel abgeleitet und anschließend über das Medium Code visualisiert (Abbildung 4). Grundlage der Visualisierung ist ein Lindenmayer-System, in dem 150 zufällig dargestellten Sinnfeldern1 unendlich viele Grammatiken, Vokabulare und Iterationen zugeordnet sind – all diese mit sich ständig verändernden Werten. Aus jedem Sinnfeld wachsen die Utopien. Die Zahl der Sinnfelder und Iterationen wird auf der Visualisierung angezeigt, die somit auch einen neuen (neutralen) Realismus in Kontexte von Trans- und Posthumanismus setzt. Eine Schrifttafel mit dem oben zitierten Text, sowie der lateinischen Überschrift »Descriptio nova utopiae« (dt. neue Beschreibung der Utopie /neues Konzept der Utopie), ist, an einer Wand hängend oder stehend, Teil der Installation. In dieser Gesamtheit werden die im Verlaufe des Textes eingeführten abstrakten Konstrukte ästhetisch erlebbar.




1     Der Begriff Sinnfeld, der im Grunde gleichbedeutend zu Freges Gegenstandsbereich und Carnaps Gegenstandsphäre ist, wird hier im Verständnis der Sinnfeldontologie nach Markus Gabriel verwendet. Siehe: Gabriel, Markus. (2016). Sinn und Existenz. Suhrkamp Verlag.