Pascal Marcel Dreier

2019
  1. Multispecies Encounters

2018
  1. Yves Saint Laurent’s Opium and the Opium Wars in China
  2. Dreaming of CRISPR 
  3. Interspecies Cannibalism
  4. Chroma Politics
  5. Aquarium
  6. Affect and Interface
  7. Becoming (with) Monsters

This site is an ongoing project and is updated daily. 
Here you can find the archive ︎

ABSTRACT
    Working at intersections of art, design, strategy and research—by crossing and dissolving boundaries between speculation and realities, research and practice, but most importantly between species. More information ︎

UPCOMING
    2019/05
Exhibition of the work Multispecies Archaeology (WT, 201901) at MEINBLAU Projectspace Berlin. Vernissage May 2., 7 pm. 
    2019/07
Academy of Media Arts Cologne Annual Exhibition (10.-14.)


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Mark

Institute for precise Utopia
Institut für präzise Utopie


This project started during my studies in Dortmund under Prof. Dr. Marcel René Marburger and ended with an exhibition at Schauspiel Köln, a cooperation between the Academy of Media Arts Cologne and the University of Applied Sciences Dortmund.



Following is the original text which was written in German for the Institute for precise Utopia (Institut für präzise Utopie):

In der Dialektik der Aufklärung werden Utopisten als Rackets denunziert, die, da ihre Ideen nicht über ein solides Fundament in der Gegenwart verfügen, keine wirklichen Veränderungen in der Welt hervorbringen könnten1. Das mag eine Eigenschaft vieler Utopien sein. Konstrukte aus kindlichen2, und naiven Gedanken? Sicher oft visionär, bedeutend und großartig, doch kaum jemals gehört und viel zu schnell verhallt. Das Präzise ist subtil und holistisch zugleich. Das Institut kombiniert dies mit der nebligen, unverortbaren und spekulativen Natur des Utopischen, um eine Utopie zu erschaffen, die präzise ist. 
 
Die präzise Utopie3 soll Desiderate so visualisieren, dass diese sich von der Unmöglichkeit zur Möglichkeit, in den Raum des Denk- und Greifbaren bewegen. Sobald wir diesen Wechsel denken können, ist der größte Schritt vollbracht.
   
Doch ist diese Änderung, so wie wir sie uns wünschen, beeinflusst von eben dem System, das wir ändern wollen. Präzises tritt an die Stelle schwammiger Träumereien. Immerwährender Fortschritt4  ersetzt die starre Utopie? Ist immerwährender Fortschritt in seiner Gesamtheit erstrebenswert? Zeitgenössische Utopien aus Universitätsinstituten oder Start-Ups gehen nicht selten mit Fallstricken einher – verführende Eskapismen spielen neoliberal-kapitalistischen Ideologien in die Hände. Fortschritt: ein Begriff, der nicht von neoliberalen Kontexten, wie zum Beispiel disziplinierten Körpern, Nationalstaaten und Wirtschaftswachstum zu trennen ist – wird allzu oft von konservativen und rechts-konservativen Parteien wie auch solchen Unternehmen verwendet. Soll holistischer immerwährender Fortschritt angestrebt werden, oder ist es wichtig, Emotionen, Affekte und Zustände wie Liebe, Traurigkeit, Depression und Negativität oder Dis/ability, zuzulassen, die nicht mit dem klassischen Verständnis von Fortschritt vereinbar sind?
       
Das Institut für präzise Utopie gibt sich den Auftrag, zeitgenössische Fragen zu sortieren, analysieren und aufzuarbeiten. Lösungskonzepte werden versucht. Dabei kommen künstlerische, philosophische, naturwissenschaftliche Methoden und Kombinationen davon zum Einsatz.


In der Dialektik der Aufklärung werden Utopisten als Rackets denunziert, die, da ihre Ideen nicht über ein solides Fundament in der Gegenwart verfügen, keine wirklichen Veränderungen in der Welt hervorbringen könnten1. Das mag eine Eigenschaft vieler Utopien sein. Konstrukte aus kindlichen2, und naiven Gedanken? Sicher oft visionär, bedeutend und großartig, doch kaum jemals gehört und viel zu schnell verhallt. Das Präzise ist subtil und holistisch zugleich. Das Institut kombiniert dies mit der nebligen, unverortbaren und spekulativen Natur des Utopischen, um eine Utopie zu erschaffen, die präzise ist.
 
Die präzise Utopie3 soll Desiderate so visualisieren, dass diese sich von der Unmöglichkeit zur Möglichkeit, in den Raum des Denk- und Greifbaren bewegen. Sobald wir diesen Wechsel denken können, ist der größte Schritt vollbracht.
   
Doch ist diese Änderung, so wie wir sie uns wünschen, beeinflusst von eben dem System, das wir ändern wollen. Präzises tritt an die Stelle schwammiger Träumereien. Immerwährender Fortschritt4  ersetzt die starre Utopie? Ist immerwährender Fortschritt in seiner Gesamtheit erstrebenswert? Zeitgenössische Utopien aus Universitätsinstituten oder Start-Ups gehen nicht selten mit Fallstricken einher – verführende Eskapismen spielen neoliberal-kapitalistischen Ideologien in die Hände. Fortschritt: ein Begriff, der nicht von neoliberalen Kontexten, wie zum Beispiel disziplinierten Körpern, Nationalstaaten und Wirtschaftswachstum zu trennen ist – wird allzu oft von konservativen und rechts-konservativen Parteien wie auch solchen Unternehmen verwendet. Soll holistischer immerwährender Fortschritt angestrebt werden, oder ist es wichtig, Emotionen, Affekte und Zustände wie Liebe, Traurigkeit, Depression und Negativität oder Dis/ability, zuzulassen, die nicht mit dem klassischen Verständnis von Fortschritt vereinbar sind?


In der Dialektik der Aufklärung werden Utopisten als Rackets denunziert, die, da ihre Ideen nicht über ein solides Fundament in der Gegenwart verfügen, keine wirklichen Veränderungen in der Welt hervorbringen könnten1. Das mag eine Eigenschaft vieler Utopien sein. Konstrukte aus kindlichen2, und naiven Gedanken? Sicher oft visionär, bedeutend und großartig, doch kaum jemals gehört und viel zu schnell verhallt. Das Präzise ist subtil und holistisch zugleich. Das Institut kombiniert dies mit der nebligen, unverortbaren und spekulativen Natur des Utopischen, um eine Utopie zu erschaffen, die präzise ist.
 
Die präzise Utopie3 soll Desiderate so visualisieren, dass diese sich von der Unmöglichkeit zur Möglichkeit, in den Raum des Denk- und Greifbaren bewegen. Sobald wir diesen Wechsel denken können, ist der größte Schritt vollbracht.


1     Adorno, Theodor W., und Max Horkheimer, Gesammelte Schriften. Philosophische Fragmente, Frankfurt Am Main: Suhrkamp, 1981.
2     Musil, Robert, Der Mann Ohne Eigenschaften, Hamburg: Rowohlt, 1989.

3     Utopie hier nach Mannheim (Mannheim, Karl. Ideologie und Utopie, Frankfurt Am Main: Vittorio Klostermann, 1985) und im Sinne Connells als "[…] eine Vorstellung, welche die bestehende gesellschaftliche Situation transzendiert und auf den Interessen einer unterdrückten Gruppe basiert." (Connell, Raewyn, Der gemachte Mann. Konstruktion und Krise von Männlichkeiten. Wiesbaden: Springer VS, 2015; Originalausgabe: Masculinities, Cambridge: Polity Press, 1995)   

4     “Extropy means seeking more intelligence, wisdom, and effectiveness, an open-ended lifespan, and the removal of political, cultural, biological, and psychological limits to continuing development. Perpetually overcoming constraints on our progress and possibilities as individuals, as organizations, and as a species. Growing in healthy directions without bound.” More, Max, The Principles of Extropy. Version 3.11. The Extropy Institute, 2003.